Rezeptebuch Interviews

Elena von La Crêma Patisserie

Für alle Leckermäuler unter euch haben wir heute mal etwas Süßes vorbereitet. Mit Elena von La Crêma Patisserie unterhalten wir uns über das Backen, Berlin und natürlich ihre Küche!


Für alle Leckermäuler unter euch haben wir heute mal etwas Süßes vorbereitet. Mit Elena von La Crêma Patisserie unterhalten wir uns über das Backen, Berlin und natürlich ihre Küche!

Eine köstliche Begleitung für den Sommer in Berlin: Schau für das Rezept hier vorbei.

Liebe Elena, wir freuen uns, dass du uns ein paar Fragen beantwortest! Du bist in Köln und Berlin zuhause- wie unterscheidet sich das Lebensgefühl in beiden Städten?

Wie sehr es sich wirklich unterscheidet, ist mir erst in den letzten Jahren so richtig klar geworden. Als ich mit Anfang 20 zum Studium nach Berlin gezogen bin, war ich ganz berauscht von der Stadt. Berlin war größer, lauter, internationaler, vollgepackt mit Kultur und einfach aufregender als Köln, wo ich mein ganzes vorheriges Leben verbracht hatte. Bis heute habe ich das Gefühl, dass in Berlin alles möglich ist und man hier Dinge zu Gesicht bekommt, die man nirgendwo sonst auf der Welt sieht. Im guten wie im schlechten Sinne. Keinen interessiert es, wie du aussiehst oder wie du dein Leben lebst, die Stadt bietet unendliche Möglichkeiten und gibt dir die Freiheit, einfach du selbst zu sein. Aber Berlin ist auch rau, manchmal sehr trist und schwer erträglich. Schlechte Laune gehört hier zum guten Ton und aggressiver Egoismus wird geradezu zelebriert. Der Satz "im Sommer tust du gut und im Winter tut's weh" trifft es ziemlich gut. Köln ist dagegen herzlicher, fröhlicher, aber eben auch provinzieller, wenn man so will. Die rheinische Frohnatur und der eiserne Lokalpatriotismus schweißen Einheimische und Zugezogene gleichermaßen zusammen. Man ist nie lange alleine und in 20 Minuten erreicht man mit dem Fahrrad so ziemlich alles. Das vermisse ich manchmal, aber sobald der Winter vorüber ist, verliebe ich mich jedes Jahr auf's Neue in Berlin. 

 Du sprichst in deiner "Über mich"-Rubrik ein wichtiges Thema an. Regionale, biologische und unbehandelte Lebensmittel einzukaufen ist mit einem eingeschränktem Budget manchmal schwierig, da teuer. Hast du Tipps, wie man mit diesem Problem umgehen kann?

Vor allem als junger Mensch in der Ausbildung hat man oftmals nicht die finanziellen Möglichkeiten, ausschließlich Bio-Produkte zu kaufen, die ja leider meist sehr teuer sind. Ich bin während des Studiums regelmäßig auf regionale Wochenmärkte gegangen, meist werden dort besonders kurz vor Schluss Obst und Gemüse (auch in Bio-Qualität) sehr günstig verkauft. Außerdem gibt es in Berlin die Möglichkeit, wöchentliche Obst- und Gemüsekisten von Bauernhöfen aus der Umgebung zu beziehen. Darüber hinaus gibt aber auch noch viele andere Möglichkeiten, etwa die Seite mundraub.org, auf der Fundorte von frei zugänglichen Obstbäumen etc. gesammelt werden, wo man dann "ernten" gehen kann.

Bei BakeNight bietest du Workshops für Hobby-Bäcker an: Welcher Kurs macht dir am meisten Spaß? Welcher ist am besten besucht?

Am meisten Spaß macht mir der Zimtschnecken-Kurs, da ich sie einfach selber unglaublich gerne esse und man das Rezept so toll abwandeln kann. Außerdem haben viele Teilnehmer/innen Probleme mit Hefeteig und ich freue mich, wenn ich Ihnen weiterhelfen und zeigen kann, was beachtet werden muss, damit der Hefeteig auf jeden Fall gelingt. Gut besucht sind aber auch die Pie-Kurse, je nach Jahreszeit mit unterschiedlichen Füllungen.

Dein Lieblings-Youtube-Channel rund um das Thema kochen & backen?

Ich habe eher Lieblingsblogs als Lieblings-Youtube-Channels. Zum Beispiel The Kitchen McCabe oder Zoe Bakes. Auf YouTube suche ich eher themenbezogen nach Videos und weniger nach speziellen Channels. 

Mit welchem Küchen-Profi würdest du gerne mal ein paar Stunden in der Küche verbringen?

Mit Sarah Wiener. Ich liebe ihre Küchenphilosophie und ihren nachhaltigen Ansatz beim Kochen. Außerdem ist sie eine der wenigen Frauen in einer sonst doch eher von Männern dominierten Branche.

Welche der Hochzeitstorten, die du gebacken hast, hat dir am meisten Freude bereitet?

Das kann ich so pauschal nicht sagen. Jede Hochzeitstorte ist anders und hat ihre Besonderheiten. Am meisten Spaß macht jedes Mal der Teil, wenn es an die Dekoration der Torte geht und ich meiner Kreativität einfach freien Lauf lassen kann. Damit das gut klappt, darf ich aber keinen Zeitdruck haben – Stress ist Gift für den kreativen Prozess. Am liebsten arbeite ich mit essbaren Blüten in kräftigen sommerlichen Farben. Bei Hochzeitstorten ist außerdem noch der Anlass besonders schön und das Wissen, wie sehr sich das Brautpaar selbst auf die Torte freut, motiviert mich zusätzlich beim Backen. 

Eine der vielen schönen Torten aus Elenas Werkstatt: Tipps und Techniken findet ihr hier.

Welche herzhaften Rezepte beherrschst du genau so gut wie deine süßen Leckereien?

Pasta in allen Formen und Varianten ;)

Welches Küchengerät würdest du nie wieder hergeben? (elektrisch und nicht-elektrisch natürlich :))

Meine beiden KitchenAid Küchenmaschinen! Ohne die wäre ich bei größeren Tortenprojekten verloren...

Welches Rezept kommt als nächstes auf den Teller?

Süßer Backtag war gestern. Heute Abend gibt es Kürbisrisotto und morgen das erste Mal Sauerteigbrot mit selbst gemahlenem Mehl. 

Vielen Dank für die tollen Antworten!

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